Neurodermitis, Entzündung, Hautentzündung, Juckreiz, Allergie, Ernährung, heilen, Heilung

Für die Betroffenen und besonders für Kleinkinder ist der quäldene Juckreiz eine Tortur

Aus herkömmlicher Sicht ist die Neurodermitis genetisch bedingt. Zitat meines Hausarztes: „ Man hat es, oder man hat es nicht. Damit muss man sich abfinden.“ Als einzige Behandlungsstrategie gilt Kortison als das Mittel der Wahl in entzündlichen Phasen und Fettcreme in trockenen Phasen. Das wurde ihm soeben bei einer Fortbildung durch einen Pharmakonzern nochmals überzeugend verdeutlicht.

Doch läßt sich mit genetischer Veranlagung erklären, dass die die Hautkrankheit in den letzten Jahren stark zugenommen hat oder gibt es weitere Ursachen? 3 Millionen Erkrankte gibt es in Deutschland, 15 – 20 % der Kinder sind betroffen und immer mehr Säuglinge kommen schon mit kranker Haut zur Welt.

Die Neurodermitis geht mit trocken-schuppiger und rissiger bis gerötet-entzündeter Haut und insbesondere nachts quälendem Juckreiz einher. Sie wird auch atopisches Ekzem genannt, also „von innen kommend“.

Kortison hilft kurzfristig, akute Krankheitsschübe schnell zu lindern, durchbricht aber nicht den Teufelskreis und das wieder Auftreten, da nur die äußerlichen Symptome behandelt werden. Wegen seiner Nebenwirkungen wird Kortison von Ärzten nicht zur Dauerbehandlung empfohlen.

Kortison: Therapie mit einem Feuerwerk an Nebenwirkungen
Kortison wird im Körper zu Cortisol, dem Stresshormon umgewandelt, welches großen Einfluss auf die hormonelle Steuerung hat. Neben dem verstärkten Verbrauch an Serotonin mit Depressionen als Folge, führt ein erhöhter Cortisolspiegel zu Gedeihstörungen bis hin zu Wachstumsstopp bei Kindern, zur Auslösung von Calcium aus den Kochen und Eiweiß aus den Muskeln, er greift die Magenschleimhaut an, so dass die Aufnahme von Eisen und Vitamin B12 gestört ist und Geschwüre entstehen können, er beeinträchtigt den weiblichen Zyklus und stört den Hormonhaushalt: Frauen vermännlichen und Männer verweiblichen, er verändert die Anzahl der Blutkörperchen und beeinträchtigt so das Immunsystem und führt zu Infektanfälligkeit und Thrombosegefahr. Auch durch die Erhöhung des Blutzuckers, des Blutfettes und des Blutdrucks werden Arteriosklerose und Thrombose gefördert. Kortison verursacht die Auslösung von Fett aus dem Gewebe, was zu Fettleber, Gallensteinen,Vollmondgesicht, Fetteinlagerung im Hüftbereich und Stiernacken führt.

Die Betroffenen wären dankbar um eine Hilfe, die an der Ursache ansetzt und so dauerhaft die regelmäßig in Aufruhr versetzte Haut beruhigen kann, die unser größtes Organ ist.

Ursachen und Lösungswege
Abseits des ausgetretenen Pfades aus Kortison mit seinen Nebenwirkungen, auf der Suche nach wirklicher Hilfe, stößt man durchaus auf Faktoren, die die Krankheit beeinflussen, so dass man da den Hebel ansetzen kann:

Belastung durch Umweltgifte, z.B. im Trinkwasser, Aluminium aus Impfungen, Quecksilber aus Amalgam-Füllungen
Die Haut zählt zu den Entgiftungsorganen. Kommen die Ausscheidungsorgane Niere und Darm nicht nach, werden Schadstoffe und Schlacken über die Haut abgegeben, was für diese nicht folgenlos bleiben kann. Es kommt zu schuppigen Stellen und Entzündungen. In die Zelle eingebaute Schadstoffe schränken zudem ihre Funktionstüchtigkeit ein. Den Körper zu entgiften und die eingelagerten Schadstoffe aus den Zellen zu leiten, damit deren Plätze wieder durch lebenswichtige Mineralstoffe besetzt werden können, erfordert zwar etwas Selbst-Einsatz, vermindert aber im Gegensatz zum Kortison die Entstehung neuer Krankheitsschübe. Die Haut bekommt Gelegenheit zum Heilen.

Allergien, z.B. Gluten, synthetische Zusatzstoffe und Antibiotika in Lebensmitteln, Chemikalien in Kosmetik und Putzmittel, Farben/Holzschutzmittel
Neurodermitiker haben im Allgemeinen ein geschwächtes Immunsystem und sind deshalb oft allergiebelastet. Nicht alle Allergien zeigen Sofortreaktionen. Gluten z.B. kommt in industriell verarbeiteten Lebensmitteln immer vielfältiger zum Einsatz, ist für den Körper besonders unverträglich und kann seine Reaktionen auch nach Tagen oder Wochen zeigen. Werden die allergieauslösenden Faktoren unerkannt aufgenommen, finden dauerhaft Entzündungsprozesse im Körper statt, die sich auch über die Haut äußern. Die auslösenden Faktoren aufzuspüren und zu meiden kann also von enormen Wert sein. Unter den Lebensmitteln haben Milch und Gluten ein hohes Allergiepotential. Hauptauslöser bei Kindern sind laut Deutschem Allergie und Astmabund Hühnerei, Kuhmilch und Weizen.
Bei Kosmetik empfiehlt es sich, sparsam naturnahe Produkte zu verwenden, ebenso bei Putzmitteln. Auch Kleidung kommt enorm Chemikalien-getränkt in den Verkauf. Um die Haut (und Umwelt) zu schonen, lohnt es sich, zu Bio-Baumwolle oder Bluesign-Klamotten zu greifen, für die strenge Kriterien gelten.
Diese Maßnahmen vermeiden gleichzeitig die Neubelastung mit Chemikalien.

Neurodermitis, Kortison, Nebenwirkungen, Allergie

Frische Früchte – Nährstoff-Cocktail

Ernährung: Fleisch steigert das Entzündungspotential, weil Muskeln und Fett Speicher für die tierischen Stresshormone Cortisol und Histamin sind. Auch Alkohol und Nikotin fördern die Entzündung.
Eine pflanzliche und glutenfreie Ernährung, die reich an rohem Obst und Gemüse und mineralstoffreichen Körnern ist, versorgt die Haut mit den nötigen Vitaminen und Nährstoffen, stärkt das Immunsystem und senkt das Entzündungspotential im Körper. Kurkuma, Ingwer, Chili, Zimt, Basilikum, Rosmarin und Kokosöl haben starke entzündungshemmende Eigenschaften und zaubern einen zusätzlichen Gesund-Faktor ins Essen. Perfekt passen sie auch in grüne Smoothies mit Wildkräutern.

Chronische Übersäuerung des Körpers, die den Darm angreift. Allergie-Auslöser können dort nicht effektiv vom Immunsystem ausgefiltert werden und gelangen vermehrt in den Körper.
Eine basenreiche Ernährung repariert den Darm und steigert so Immunsystem und Abwehrleistung. Die Erklärung dazu findest Du in diesem Beitrag: http://www.vrohkost.com/uebersaeuerung-als-ursache-vieler-krankheiten/

Psyche: ein erhöhter körpereigener Cortisol-Spiegel führt auch zu einem erhöhten Stress-Level mit innerer Unruhe.

Entspannung bei Neurodermitis

Entspannte Psyche mindert den Juckreiz

Das Kratzen ist oft nicht nur die Reaktion auf den quälenden Juckreiz, sondern auch ein Ventil für anhaltende innere Anspannung. Sport und Sauna wirken gleichzeitig entspannend und entgiftend. Yoga und Meditation, aber auch auf sich selbst und seine Wünsche hören lernen hilft der inneren Ausgeglichenheit. Wann immer möglich die Sonne einzufangen hebt die Laune, kurbelt die Vitamin D-Produktion an und fördert so die Heilung der Haut.

7 thoughts on “Therapie gegen Neurodermitis: Raus aus der Juck-Kratz-Spirale

  1. Wiebke

    Hallo ihr Lieben,
    ihr sprecht mir damit aus der Seele. Ich hatte Jahre lang Probleme mit Neurodermitis und Allergien.
    Nix hat geholfen, der Arzt (wie die meisten) resigniert.

    Tja, was soll ich sagen, die Umstellung auf vegane Ernährung brachte den gewünschten Heilungseffekt.
    Ich konnte mir echt nicht vorstellen, wie das ist ohne diesen ständigen Juckreiz etc zu leben. Jetzt kann ich mir nicht mehr vorstellen, wie ich es mit überlebt habe 😀

    Versuche viel Rohkost in meinen Essensplan einzubauen und Blogs, wie eurer einer ist, sind wirklich inspirierend 🙂

    Weiter so 🙂

  2. isa

    Hallo, gibt es von Euch einen konkreten Tip für Kinder? Ungeimpft, Öko-Haushalt, Veganer, pH-Wert ist basisch und außer Kortison schon viel probiert. Nach 6 Jahren sind wir langsam ratlos… lg*isa

  3. Elisabeth

    Hallo,
    @Isa: Oh wow, da habt ihr ja echt viel geschafft.
    Ich würde euch sehr empfehlen, es auch noch glutenfrei zu versuchen und wenn es geht auch ohne Soja. Nur für drei Wochen, oder wenigstens zwei. Gerade bei Kindern und schwereren Gesundheitsproblemen merkt man meist schnell, ob das hilft.
    In unserer Familie hat niemand Zöliakie, trotzdem macht glutenfrei (+vegan) bei uns allen einen großen Unterschied. Zur weiteren Info: Dr. Thomas O’Bryan, Dr. Perlmutter, JJ Virgin(Diät-Coach und Personal Trainerin); z.B. Interviews in den iTunes-Podcasts suchen, leider in Englisch)
    Liebe Grüße,
    Elisabeth

    1. Vrohkost

      Hallo Elisabeth,
      danke für Deinen Tip, wenn Du alle unsere Blogbeiträge gelesen hast, wirst Du merken das wir uns Glutenfrei und Sojafrei ernähren und sogar vor den Risiken dieser Produkten warnen.

      Liebe Grüße
      Norman

  4. Elke

    Hallo,
    gerne würde ich mich vegan ernähren und auch die Rohkost finde ich ansprechend. Bin seit knapp 30 Jahren Vegetarierin. Seit ca 10 Jahren habe ich sogenannte Neurodermitis. Nie Kortison benutzt. Vor 2 Jahren war es aber nach etlichen Heilpraktikerbesuchen dennoch nicht besser geworden und ich war 2 Mal in verschiedenen kortisonfreien Hautkliniken. Nach etlichen Tests dort – teilweise wusste ich das aber auch schon vorher, bin ich auf sehr vieles allergisch oder habe Unverträglichkeiten. Das bedeutet ich kann keine Mandeln und Haselnüsse essen, keine Petersilie, keine rohe Möhre, keine Paprika und kein Steinobst roh. Auch keine Hefe und keine Eier (ok letzteres ist ja sowieso nicht vegan!) Die Fruktoseintolleranz erlaubt mir auch kein anderes Obst, außer wohl Heidelbeeren.
    Ich würde mir wünschen , dass auch mehr auf dieses Thema eingegangen werden könnte.
    Einfach ist es sowieso nicht mit einer Umstellung…wenn dann aber auch noch sooo viele andere Nahrungsmittel nicht gehen…was dann?
    Darmsanierung wurde auch gemacht und noch sooo vieles andere…das würde hier den Rahmen sprengen.
    LG, Elke
    Wie soll ich da dann zum Rohköstler werden?

    1. Andreas

      Hallo Elke, das ist ziemlich heftig, was bei Dir trotz relativ gesunder Ernährung nicht geht. Ich bin zwar kein Arzt, habe aber zum Thema Ernährung und Gesundheit sehr viel gelesen, mit sehr starker Tendenz zur Rohkost. Wenn selbst Rohkost bei Dir teilweise nicht geht, scheint doch einiges im Argen zu liegen. Mein Rat wäre, es mal mit reiner Rohkost zu probieren. Und zwar in Form von frisch gepressten Säften und/oder Grünen Smoothies und den sogenannten “Lubrikatoren”, was stark vereinfacht erklärt rohe, gesättigte Fette sind. Auf jeden Fall eine Weile wirklich auf Gekochtes und Gebackenes (auch Brot!!!), sowie Soja (ist karzinogen) verzichten. Darmspülungen sind bestimmt auch nicht verkehrt. Stichworte zum Googlen wären Befreite Ernährung, Breuss-Kur, Gerson-Therapie, Dr. Norman Walker. Wenn Du aus Berlin oder Umgebung bist, empfehle ich Dir eine Wildkräuterwanderung mit Heidemarie Fritzsche zu machen – es lohnt sich 100%ig.

      Liebe Grüße und eine gute Besserung wünscht der Andreas.

  5. Anna

    Hallo Elke,
    in deiner Geschichte habe ich mich selbt erkannt. Warst du in der Neukirchener Klinik gewesen? Was isst du so am Tag?
    Hast du Ausschläge zur Zeit? Musst du dich immer kratzen?
    Hast Durchfall, Blähungen wegen Fruktose- Intoleranz??
    Schreibst du auf was du isst?
    Ich rate dir alles worauf du allergisch reagierts konsequent wegzulassen auch Obst!! Es gibt soo viele andere Gemüsesorten an denen man sich gut satt essen kann und das ist auch wichtig! Fang erst mit wenigen gekochten Gemüsesorten an (keine Zwiebeln, kein Knoblauch, kein Schnittlauch=Histamin). Und wenn du dich wieder gut fühlst probier auch rohes Gemüse. Der Darm muss erst zu Ruhe kommen.
    LG Anna von Vollwertbande.de

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